Warum Marketing funktioniert

 In Marketing, Soulstice

Ihr Lieben,

die Widmung geht heute an das Durchhaltevermögen. Auf dass wir die Kraft und den Mut haben, Änderungen, zu denen wir uns entschlossen haben, auch durchzuhalten. So sei es.

Mannomann, war ich gestern Morgen grantig. Eigentlich schon den Abend davor, weil ich mit meiner Rolle als Hausfrau und Mutter unzufrieden war. So ließ ich einfach den Kram in der Küche liegen, weil ich auch mal um 20:30 Uhr einfach Feierabend haben wollte. Nun ja, solche Aktionen sind immer Eigentore. Denn gestern Morgen lag natürlich noch alles genauso da, wie ich es am Vorabend verlassen hatte – nur, dass jetzt die Essensreste auf dem Geschirr und der Arbeitsplatte angekrustet waren und ich noch mehr Arbeit damit hatte, alles wieder zu säubern. Mann! Innerlich zeterte ich wie wild. Äußerlich klopfte ich… Dann war es außerdem wie meistens in den letzten Tagen, nur diesmal beschwerte ich mich über die mangelnde Wertschätzung meiner zwei nächsten Familienmitglieder, statt mich im Stillen zu ärgern: dass ich extra eine Stunde früher aufstehe, um das Frühstück, die Brotdose etc. zu richten und sich dann die lieben Leute nicht bequemen können, pünktlich zum Essen zu erscheinen, sondern in nur zwei Minuten alles schnell, schnell in sich reinstopfen, weil die Zeit nicht mehr reicht. Schon mal was von Achtsamkeit gehört? Hallo? Geht‘s noch? (Nein, sie haben natürlich nicht alles in sich „reingestopft“, aber Ihr wisst ja, wie das ist, wenn man sich aufregt…)

Nun ja, nachdem alle pünktlich verabschiedet waren, ging ich Duschen und dachte über diese Situation nach. Ich fragte mich, was sie mir sagen will, warum ich denn so reagierte. Warum brauche ich die Wertschätzung meiner Arbeit von anderen? Ja, und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Nein, ich brauche nicht die Anerkennung und Wertschätzung der anderen. ICH muss meine Arbeit wertschätzen und mich (dafür) anerkennen. ICH muss sie gut machen wollen und sie als wichtig erachten. Das ist ja mal eine ganz neue Perspektive, das so zu betrachten, dachte ich. Tue ich das vielleicht nicht? Was stecken denn da für Denkmuster hinter?

Ja, und dieser Gedanke hat mich nicht losgelassen, sondern mich bis zu den heutigen Morgenseiten begleitet. Darin beschwerte ich mich, dass ich so müde sei, obwohl ich doch gestern so früh vom Sofa aufgestanden sei, um ins Bett zu gehen. Allerdings habe ich einen kleinen Umweg über den „Laundry room“ genommen, also den Raum (Räumchen, mehr ein begehbarer Kleiderschrank von noch nicht mal zwei Quadratmetern), in dem die Waschmaschine steht, weil ich noch Wäsche aufzuhängen hatte. Das hatte ich total vergessen. Nachdem ich alles fertig hatte und im Bett lag, war es auch schon wieder 11:00 Uhr, wie doof, denn ich wollte doch so gerne noch was lesen und morgen klingelt um 5:30 uhr wieder der Wecker…

Nachdem ich das alles so vor mich hingeschrieben hatte, fiel mir sogleich wieder ein, dass ich ja schon erkannt hatte, dass ich meine Arbeit schätzen, bzw. sie wertschätzen muss und dies nicht von anderen erwarten darf. Aha, dachte ich. Was heißt das denn? Dann mache ich mich abhängig von anderen. Dann gebe ich meine Führung aus der Hand. Hm, allerdings wird überall geschrieben, dass wir nicht so kontrollwahnig sein sollen, naja, dann wäre das ja etwas Gutes. Mit der Abhängigkeit von anderen gebe ich aber ein riesiges Stück Kontrolle ab. Ich gebe Kontrolle ab, weil ich dann nicht mehr selbst durch meine Handlung glücklich sein kann, sondern nur dann, wenn andere diese wert schätzen und eventuell für „gut“ befinden. Das ist doch doof! Warum machen wir Menschen das? Immer alles einteilen und bewerten. Hat es sonst keinen Wert für uns?

Ja, so könnte es sein. Wir sind so erzogen worden: Was nichts kostet ist auch nichts. Nichts wert. Nur, was wir mit gut bewerten, darf bleiben. Das möchte jeder und die meisten wollen gerne gefallen. Denn wenn wir anderen gefallen, bewerten diese anderen uns als „gut“. Und das gefällt uns. Deshalb wollen wir cool sein, die richtigen Klamotten tragen, gut aussehen, das „richtige“ Auto fahren, in der richtigen Gegend wohnen etc. O. k., vielleicht macht es uns auch Spaß, ein schönes Cabrio zu fahren, doch das ist es nicht, was ich meine. Mir geht es hier um Autos, Häuser, Klamotten etc. als Statussymbole. Die richtigen Jeans oder die richtigen Schuhe zu tragen, weil es „in“ ist.

Dieses ganze Brimborium um Image und Marken kann nur deshalb so gut funktionieren, weil wir uns selbst klein machen.

Weil wir uns abhängig machen vom Urteil anderer. Weil wir als gut bewertet werden wollen. Warum wollen wir als gut bewertet werden? Weil wir Angst haben. Existenzangst. Weil wir dazugehören wollen. Denn ohne Zugehörigkeitsgefühl fühlen wir uns ganz schön einsam. Die Psychologie erklärt dieses Phänomen auch mit archaischen Mustern, die hier wirken: Dass es für uns Menschen und besonders für ein kleines Kind oder Baby essenziell war, dazu zu gehören, überlebenswichtig sogar. Denn wer nicht durch die Gruppe beschützt war, wurde schnell Opfer von wilden Tieren. (Da fällt mir ein, dass die Widmung des gestrigen Tages sich darum drehte, dass wir immer beschützt sind 😉 ) Ja, und das hat unser Hirn immer noch gespeichert und es lässt uns auch als Erwachsene nicht los, obwohl wir derzeit in – relativ gesehen – sicheren Zeiten leben, was unsere Grundbedürfnisse nach Obdach und Nahrung angeht, auch wenn wir da flexibel bleiben müssen.

Das meines Erachtens dritte Grundbedürfnis – geliebt zu werden und sich zugehörig zu fühlen – daran arbeiten wir. Ich weiß nicht, ob das bei den Steinzeitmenschen so ein großes Thema gewesen ist, wie bei uns jetzt. Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass die meisten sich ziemlich zugehörig gefühlt haben in ihrer Gruppe. Da hatten sie uns echt was voraus. Denn viele fühlen sich heute ja noch nicht mal in unseren Kleingruppen, unseren Familien oder Partnerschaften geliebt oder wertgeschätzt. Mal mehr, mal weniger. Was machen wir falsch? Warum ist das so? Genau hier kommt wieder das ins Spiel, was für uns alle so entscheidend ist und womit wir die meisten Schwierigkeiten haben: die Selbstliebe.

Es ist nicht die Liebe der anderen, die uns fehlt. Es ist die Liebe zu uns selbst, die uns fehlt.

Das Annehmen unseres Wesens, wie es ist. Das Annehmen unseres Körpers, wie er ist. Das Annehmen unserer Handlungen, wie sie sind. Alle Fehler, die wir vermeintlich gemacht haben als wichtige Erfahrungen zu betrachten. Das ist es, was uns fehlt. Wir brauchen im Grunde kein schickes Auto, keine teuren High Heels oder die Mitgliedschaft im richtigen Tennisclub. Was wir brauchen, ist Liebe und Annahme, Akzeptanz unseres Selbst. So, wie wir sind. Bei einem Klopfdurchgang im Kurs sagte Gabriele einmal, dass „wir uns annehmen als unsere ureigenste kreative Schöpfung. Zu 100 Prozent.“ Ja, denn das ist es doch, was wir sind: Wir sind Schöpfergötter. Wir selbst und unser Umgang mit den Situationen unseres Lebens haben uns zu dem gemacht, was und wer und wie wir heute sind. Und wir sind o. k. so, wie wir sind. Da gibt es nichts dran herumzumäkeln. Klar, dürfen wir uns ändern. Doch kann Veränderung nur Bestand haben, wenn wir uns aus Liebe zu uns selbst verändern.

Dass das z.B. auch beim Abnehmen wichtig ist, stelle ich gerade fest. Ich kämpfe schon seit Jahren gegen mein Gewicht, dass ich nach der Geburt unseres Sohnes nicht mehr losgeworden bin. Ja, und genau diese Wortwahl zeigt es mir an: Ich kämpfe – und betrachtete damit meinen Körper als Feind, nicht als geliebten Unterstützer und Ermöglicher meiner irdischen Erfahrung. Doch wie heißt es so schön? Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Also dann, frisch ans Werk. 🙂

Es grüßt Euch ganz herzlich

Sabine

infinity

P.S.: Das Foto entstand auf der Dubai Motor Show im November 2013.

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