Ausgebremst

 In Soulstice

Ihr Lieben,

ich weiß gar nicht recht, was ich Euch schreiben soll. Ich verspüre das tiefe Gefühl, euch etwas mitteilen zu müssen, doch ich habe keine Ahnung, was es ist. Ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten Wochen überhaupt nicht gelebt habe, sondern gelebt wurde. Mein Computer macht so langsam die Mücke, so dass ich kaum arbeiten kann, denn er ist mittlerweile so langsam, dass auch Skype nicht mehr mitkommt. Das macht das Arbeiten mit Klienten nicht gerade einfacher, aber naja. Dann verlässt mich seit zwei Wochen auch mein Handy, welches ich jetzt wohl zur Reparatur einschicken muss – nicht, dass es gerade erst ein halbes Jahr alt wäre… Ich kann mir auch denken, was mir das zu sagen hat, doch bin ich ja schon immer ein wenig störrisch oder eigenwillig gewesen und zu einem gewissen Grad auch beratungsresistent.

Den heutigen Tag habe ich dem Perspektivwechsel gewidmet. Einfach mal die (Blick)Richtung wechseln, den Blickwinkel. Ich empfinde mich bzw. meinen Verstand oftmals als so eingefahren. Dann komme ich nicht darauf, mich einfach mal umzuschauen oder um die Sache drum herum zu laufen, um sie nicht nur von vorne, sondern auch von hinten, der Seite, von oben oder von schräg unten zu betrachten und vielleicht so zu einer Lösung zu kommen. Ich fühle mich total eingekesselt und zu völliger Bewegungslosigkeit verdammt. Was ist das?

Persönlicher Friedensprozess

Die letzten Wochen habe ich die Zeit genutzt und habe etwas intensiver an meinem persönlichen Friedensprozess (PPP – Personal Peace Procedure) gearbeitet, denn die Technik ließ ja nicht mit sich reden… Ich hatte Gary Craigs Buch „The Unseen Therapist“ gelesen, das hier kostenlos downloadbar ist (allerdings bisher nur auf Englisch verfügbar) und dann gleich mal die neue Art, EFT anzuwenden, ausprobiert: Er nennt das „Optimal EFT“. Das ist im Prinzip ein Auflösen von großen und kleinen Traumata mittels unseres Inneren Heilers bzw. unserer Inneren Heilerin. Denn Gary Craig beschreibt die Ungesehene oder Unsichtbare Therapeutin als eine explizit weibliche Energie. Die Ergebnisse sind schon erstaunlich und so manches, was ich schon zu wissen geglaubt bzw. verinnerlicht geglaubt habe, hat sich erst jetzt als Inneres Wissen in meinem Herzen manifestiert.

Zum Beispiel der Tod meiner geliebten Tante Lene. Als sie starb war sie 85 und sie war meine Großtante. Tante Lene war ihr Leben lang unverheiratet geblieben und kinderlos, denn der Mann, den sie liebte, war im Krieg gefallen. Doch hatte sie ganz viele fremde Kinder, da sie in ihrem Berufsleben Kindergärtnerin war und ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie sie mit mir als 2jährige durch die Bremer Wohnung meiner Oma geschippert ist und wir „Auf der schwäb’schen Eisenbahn“ gesungen haben. Sie lebte zusammen mit meiner Oma, welche ihre Schwägerin war. Mein Opa väterlicherseits war schon, ich glaube 7, Jahre vor meiner Geburt gestorben und so haben die Frauen ganz gut miteinander gelebt. Jedenfalls habe ich es immer so empfunden. Ich weiß gar nicht genau, wann Tante Lene gestorben ist, ich glaube, es war 1983 und ich ging damals noch in die Schule. Ich sehe die Momente, in denen ich erfahren habe, dass sie gestorben war, noch ganz genau vor meinem Inneren Auge. Ja, mir ist heute klar, dass da nur noch ihre sterbliche Hülle lag und dass ihr eigentliches Wesen überhaupt nicht tot ist. Doch das wusste ich damals nicht und ich trug wohl immer noch einen tiefen Schmerz mit mir herum. Erst jetzt hat mein Herz so richtig verinnerlicht, dass damals nur ihr Körper starb und dass sie immer noch für mich da ist. Diese Erkenntnis ist so fundamental gewesen, dass ich Rotz und Wasser geheult habe und ich mich erstmal über mich selbst gewundert habe, da ich dachte, dass diese alten Geschichten schon längst verarbeitet seien. Denn ich hatte z.B. beim Erzählen über ihren Tod in der Vergangenheit überhaupt keine traurigen Gefühle. Es war halt eine Tatsache, dass sie tot ist und fertig. Tja, anscheinend wohl doch nicht und deshalb stand dieses spezielle Ereignis auch auf meiner Liste für meinen PPP. Danke an die versagende Computertechnik, sonst hätte ich mir die Zeit wohl nicht genommen, um dort noch einmal hinein zu spüren.

Trotz dieser schönen Erfolge der Unsichtbaren Therapeutin, habe ich seit einer Woche wieder nicht weiter gemacht. Auch mit meinen anderen Dingen bin ich nicht weiter gekommen. Ich machte einen Online-Kurs zum Thema Geld und Spiritualität zu einem Viertel, ich habe etliche Bücher an- aber nicht weiter gelesen und meine Webseite liegt derzeit ebenfalls auf Eis mangels Inspiration und alter, zu langsamer Hardware. Ich muss mich wohl jetzt auch erstmal um ein Logo kümmern, das habe ich noch gar nicht getan. Muss ich? ESMI. Naja, vielleicht nicht ganz, doch ich habe das Gefühl, irgendwie festzustecken. Ohne Aktion tut sich im Außen aber nichts. Oder doch? Vielleicht ist es deshalb für mich wichtiger, doch erstmal wieder ins Innere abzutauchen…  – Schon wieder? Echt jetzt? Immer noch und immer wieder? Seufz! Ich habe momentan keine rechte Lust auf nix. Und ich verstehe bis zu einem gewissen Grade auch, was hier läuft. Dass ich dieser Innenschau immer wieder versuche auszuweichen. Doch werde ich durch mein Seelenteam immer wieder schön auf mich zurückgeführt. Die Jungs sind echt hartnäckig. Was noch nicht in Ordnung ist, in der göttlichen Ordnung ist, kommt immer wieder aufs Tapet.

Mein Gefühl sagt mir auch ganz klipp und klar: „Geh jetzt auf den Berg und setz Dich da hin! Allein! Sofort!“ Und ich sage dann: Wie denn? Wie soll ich das machen? Ich muss doch hier sein. Aufräumen. Essen kochen. Wäsche waschen. Saugen. Internetseite aufbauen. Einkaufen. Als Mama bereit sein. Als Schwiegertochter bereit sein. Als Ehefrau da sein. Als Schwester, Tochter, Nichte, Cousine, Beraterin, Heilerin, Coach, Mutmacherin, Gärtnerin, Hausmeisterin, Autorin, Wissende, Sehende, Hörende, Fühlende und als wer weiß was noch. Aaaaaaaaaah! Ich fühle mich, als könne ich all diesen Rollen nicht mehr gerecht werden. Als könne ich sie nur noch zum Teil, oder gar nicht mehr ausfüllen. Es ist, als ob sich mein Selbst verselbständigt und mein Ich verlässt. Ich fühle mich getrieben und ausgebremst zugleich.

Ich glaube, ich habe es bei Silke Schäfer gelesen oder gehört: Jetzt ist die Zeit, die Masken fallen zu lassen. Und ja: Jetzt ist die Zeit. Das spüre ich genau. Ich habe das Gefühl, dass mir alle diese Rollen nicht mehr passen und dass mein Versuch, sie noch auszufüllen unweigerlich in die Irre führen muss, zu Nichts. Au weia: Das Nichts. Da ist es. Das, wovor sich mein Ich fürchtet. Das, wovor sich mein Verstand fürchtet. Weil er nichts mit Nichts anfangen kann. Weil dann die Gedanken keine Gedanken mehr sind. Die Gefühle keine Gefühle mehr. Das Ich kein Ich mehr ist. Da ist NICHTS. Und meine Angst vor der Verlorenheit. Vor dem Verlorengehen. Dem vollständigen Verlassensein. Weil ich mir nicht vorstellen kann, dass das Nichts auch etwas ist. Mein Geist kann dieses Konzept nicht greifen und hüllt es daher in eine irreale Angst ein. Welche Angst? Mein Leben zu vergeuden? Mein Verstand sagt mir, dass das Quatsch ist, doch mein Herz weiß viel mehr. Mein Herz hat Angst sich zu verlieren. Oder mein Ich? Oder ist das Eins?

Klar ist das Eins, meldet sich da mein Hirn zu Wort. Doch was heißt das: EINS? Eins heißt, dass nichts etwas bedeutet. Weil es nicht abgegrenzt ist. Doch wenn nichts etwas bedeutet, dann bedeute ich und alles, was ich tue, fühle, sage etc. auch nichts. Dieser Gedanke gefällt mir nicht, weil er so allem zu widersprechen scheint, was ich gelernt und erfahren habe. Und er passt meinem Ego nicht, welches ja hier zu sein scheint, um den Dingen und Situationen eine Bedeutung zu geben. Um ihnen auf den Grund zu gehen. Ach, ich weiß auch nicht. Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Ich weiß, dass ich nichts weiß. Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose. Es ist, was es ist, sagt die Liebe. Die Liebe… All you need is love. Liebe, Liebe, Liebe Liebe, Liebe, Liebe, Liebe, …

Das ist, was Du bist

Alles, was ist. Liebe. Eins.
Nur weniger ist keins.
Bin ich ich? Bist Du Du?
Keine Ahnung, auch wozu?
Von wegen immer streben,
Wo ist das Leben?
Wo ist die Kraft? Die Liebe? Das Sein?
Wie kann ICH ALLES sein?
Und gleichzeitig so allein?

Mein Kind, mein Kind,
sag mir geschwind,
was Du brauchst, um glücklich zu sein
mit mir.

Was? Halt an? Wie meinst Du das?
Ja: Denk nicht ohne Unterlass!
Du weißt so viel, wenn Du nicht denkst,
wenn Du Deine Gedanken mal nicht lenkst,
sondern einfach nur bist. Im Hier und Jetzt.
Das wird leider oft unterschätzt.
Darum rate ich Dir, einfach Schluss zu machen
mit den vielen bunten Sachen,
die Dich nur ablenken und schwächen,
die Dir nicht helfen, sondern sich rächen,
weil sie Dich im Alten halten
anstatt Dich ins Neue zu führen.

Sei still. Sei bei Dir. Du kennst den Weg.
Verzettel Dich nicht, sondern überleg‘,
was Dir jetzt wichtig ist.
Doch nicht im Außen, sondern im Innen,
Du weißt, Du kannst ihm nicht entrinnen,
denn das ist, was DU bist.

Hm. Das ist, was Ich Bin? Nun gut, dann werde ich diese Woche mal sehen, wohin mich meine Innenschau bringen wird und wie ich das mit all den anderen Rollen vereinbaren kann, die ich noch glaube, spielen zu müssen.

Ich wünsche Euch eine schöne Sommerwoche! Alles Liebe und Free Hugs 🙂 von

Sabine

P.S.: Das Bild zeigt die Puppe eines blauen Morpho, auch Himmelsfalter genannt, die ich im Mai im Sayner Schmetterlingshaus aufgenommen habe. Wie in so einer Metamorphose fühle ich mich gerade: total eingeengt und unbeweglich. Das alte Leben ist zu Ende und das neue ist noch nicht ganz da. Es arbeitet in mir, doch äußerlich scheint sich nichts zu bewegen. Schwer auszuhalten, wie ich finde.

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Showing 7 comments
  • Anonymous
    Antworten

    Hi, lad dir mal hier den AdwCleaner runter und starte das Tool! Dann sollte der Rechner wieder besser laufen! lg

    https://toolslib.net/downloads/viewdownload/1-adwcleaner/

    • Sabine
      Antworten

      Danke Dir, hab ich gemacht und auch gleich noch mit dem CCleaner alle möglichen anderen Dateien gesäubert. Besonders schnell ist mein Rechner jetzt immer noch nicht, daher werde ich ihm wohl eine neue schnelle Festplatte spendieren und etwas mehr Arbeitsspeicher, so dass er noch bis 2020 durchhält…
      Herzliche Grüße
      Sabine

  • Teuta Boci
    Antworten

    Liebe Sabine,
    es geht mir genau so.Kaum auszuhalten.
    Habe das Gefühl ganz was Neues anzufangen,weist aber nicht was und werde gebremst.Habe kein Geduld mehr,Bin verzweifelt,das Vertrauen ist weg stett sich zu stärken,manchmal auch wüttend,denn ich habe seit 5 Jahren nur an mir gearbeitet,habe alles aufgegeben in Deutschland und mein inneren Stimme gefolgt nach Ägypten,alle ersparniessen sind zu ende,wie ein Fisch ohne Wasser fühle ich mich.Ich war doch ein sehr starke Frau!Was ist passiert?
    Danke für denn Text,die Offenheit und Ehrlichkeit!
    In Liebe teuta

    • Sabine
      Antworten

      Liebe Teuta,
      ja, manchmal haben wir das Gefühl, wir sind von allem verlassen. Doch genau das ist es ja, was wir glauben sollen. Höre nicht auf, auf Dich zu hören und deiner Inneren Stimme zu folgen – auch, wenn es schwer fällt. Ich bin mir sicher, dass auch in Deiner Situation ganz viel Gutes steckt, das Du nur noch nicht erkennen kannst. Du hast für den Ort dort vielleicht mehr gegeben, als Du Dir vorstellen kannst und nun ist es an der zeit, wieder mehr an Dich zu denken und vielleicht auch für einen Ortswechsel?
      Ich wünsche Dir alles Liebe und dass sich Dir die für Dich optimale lösung zeigen wird!
      Sabine

  • Ishani Diana
    Antworten

    Liebe Sabine
    Das Nichts…. Das grosse NICHTS
    Es erinnert mich an den wunderbaren Film:
    Die unendliche Geschichte
    Die dunklen Wolken bedeuten da, dass die Menschen ihre Phantasie vergessen haben…
    Wenn das Nichts kommt, können wir es mit all unseren Träumen und Wünsche ausfüllen, und jeder erschafft sich wieder seine Welt.
    Teilen wir unsere Traumwelt mit anderen Menschen, so wird sich das Nichts auflösen, damit das Wir entstehen darf.
    Meine Mutter hat mir beigebracht, das ich immer wenn ich traurig bin, mir ein Luftschloss bauen soll. Sie setzte sich mit mir hin und begann, bei geschlossenen Augen, ihr Schloss zu bauen. das selbe tat ich auch. wir erzählten uns gegenseitig was wir Tun und Sehen mit allen Gefühlen und Emotionen…
    Lachen, Weinen und sogar durch die Wohnung tanzen, waren unsere Batterien und die Traurigkeit war weg.
    Für uns war die Phantasie (Realität) wie das Orakel von Delphi.
    Hilf dir selbst und dir wird geholfen.
    Gehe in dein inneres Selbst und erträume dir deine ganz eigene Zukunft und du wirst es erleben.
    In Liebe zu allem was ist
    Ishani Diana

    • Sabine
      Antworten

      Liebe Ishani Diana,
      ich danke Dir für Deine Anregung! Ja, Du hast recht. nur manchmal ist mir auch das kleinste bisschen Aktion gefühlt zuviel und ich will mir gar nichts mehr vorstellen. Doch heute habe ich auch schon wieder getanzt! 🙂
      Ganz liebe Grüße von
      Sabine

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