Über Prozesse, Psychohygiene und Ambrosia

 In Schöpfergötter, Soulstice

Ihr Lieben,

der Blog sollte eigentlich schon gestern bei Euch sein, doch ist mir der aktuelle Newsletter von Kelly Flanagan dazwischen gekommen, der sich unter anderem damit beschäftigte, wie man so seine Zeit verbringt. Er spricht von speziellen Zeitzonen, den sogenannten „boundary lands“, also Grenzländer oder Grenzzonen, in denen wir besonders merken, wie die Zeit vergeht, z.B. wenn unsere Kinder wieder in die nächste Klasse kommen, oder wenn wir Geburtstag haben oder Sylvester feiern. Diese würden uns mit einer Wahl beschenken. Der Wahl, wie wir die Zeit dazwischen verbringen:

“Will we allow the periods of time between boundary lands to become wastelands — will we slip back into mindlessness about this passage of time, will we settle into the oblivion and become unconscious of it all slipping by? Or will we turn the ordinary, wide-open spaces between boundary lands into farmlands? Will we tend to them, cultivate them, and sow within them mindfulness and intentionality, so that one day we can reap from them the memories of time well spent?”

Wir haben also die Wahl uns zu entscheiden, wie wir unsere Zeit verbringen möchten, ob wir aus der Zeit zwischen diesen besonderen Markern fruchtbares Farmland oder Ödland werden lassen. Ob wir unsere Zeit absichtsvoll gestalten oder einfach unbewusst vor uns hinleben im Alltagstrott. Und als mich mein Sohn dann gestern Nachmittag fragte, ob ich nicht mit ihm zur Tennisstunde radeln würde, habe ich es mir kurzerhand anders überlegt und mich nicht wieder an den Computer gesetzt, um diesen Post fertig zu schreiben, sondern habe die Zeit mit meinem Sohnemann verbracht. 🙂

Nach nur fünf Wochen sind hier in der Schweiz die Ferien vorüber, doch fühle ich mich immer noch als hätte ich Ferien. Irgendwie leicht und beschwingt. Wir haben eine Woche auf Kreta verbracht und es war sooo schön. Wir waren hauptsächlich baden im Meer und haben die Sonne und verschiedene wundervolle Strände genossen. Nicht zu erwähnen, auch das gute griechische Essen. 😉 Auch wenn ich weiß, dass mir viel rohes Obst und Gemüse gut tut, konnte ich nicht nein sagen zu den leckeren gefüllten Zucchiniblüten, zu Schafskäse und leckeren Desserts. Tagsüber gab es daher zum Ausgleich jede Menge Wassermelonen, Aprikosen, Nektarinen oder Pflaumen. Ich habe gemerkt, dass ich mich zwar roh ernähren könnte, es mir aber auf lange Sicht keinen Spaß macht. Doch nehme ich meine Kur jetzt zum Anlass, mich hauptursächlich von Obst und Gemüse zu ernähren – so gut ich es eben kann. Denn es hat ja wenig Sinn, dass ich meine alten Lasten mit EFT bearbeite, wenn ich mir durch oder über das Essen wieder mehr Stress mache. Es ist, wie es ist. Und wie es ist, ist es gut.

Vorletztes Wochenende besuchte ich Teil drei des diesjährigen Jahreskurses und seitdem meditiere ich wieder regelmäßig, d.h. täglich. Ich merke, wie ich in meine Mitte zurückfinde – trotz des spirituellen Aufruhrs um mich herum. Ich bin vorletzten Freitag dort angekommen und fühlte mich so richtig bäh. Ich hatte das Gefühl, ich sei gar nicht Ich. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, es war so, als sei ich in mir nicht anwesend. Gabriele sagte, das läge daran, dass ich in meiner spirituellen Entwicklung an einen Punkt gekommen sei, an dem es gilt, zu springen. Ich bin mir nicht sicher, was das für mich bedeutet. Heißt das, ich stehe vor einer Pfütze, einem Bach oder einer Schlucht und muss sie überqueren? Oder ist es eher eine Art Grenze? Etwas, das ich nicht einfach so überschreiten kann. Etwas, für das es eine Herzensentscheidung braucht. Vertrauen. Loslassen.

Momentan habe ich das Gefühl, dass ich gerade Anlauf nehme.

Dass ich kurz davor bin, zu springen. Ins Ungewisse. In eine neue Dimension des Seins. Ich kann es nicht genau in Worte fassen, doch scheint es mit der uneingeschränkten Liebe zu mir selbst zu tun zu haben. Ja, da ist sie wieder, die Selbstliebe. Ich habe das mal wieder unter der Dusche geklopft. (Das Klopfen unter der Dusche hat verstärkende Wirkung, da einerseits das Wasser auf dem Kopf einen Meridianpunkt stimuliert und gleichzeitig belastendes einfach abfließen kann.) „Ich nehme mich an, zutiefst und vollkommen. Ohne Urteil, ohne Wertung. Mit allen Drum und Dran. Mit allen vermeintlichen Macken, Fehlern, Unzulänglichkeiten…“ Die Schleuse öffnete sich und es floss einiges aus. Wie schon öfters dachte ich, dass ich das nicht noch einmal bearbeiten müsste, doch weit gefehlt. Die Spirale hat wohl doch größere Ausmaße als ich vermutet habe.

Viele kommen ja immer wieder an den Punkt, an dem sie denken: „Hey, hier war ich doch schon einmal. Das kenne ich. Aber ich habe das Thema doch schon bearbeitet! Warum kommt das immer wieder?“ Dafür gibt es mindestens drei Erklärungen. Eine ist, dass der Therapeut/Heiler oder wir selber nicht gründlich genug gearbeitet haben. Die zweite, die aus der ersten erfolgen kann, aber nicht muss, ist, dass die tiefere Ursache unseres Problems nicht entdeckt worden ist. Das kann einerseits an unseren eigenen Schutzmechanismen liegen, die es nicht zulassen, an dieses vielleicht sehr schmerzvolle Thema zu rühren. Auch mag es daran liegen, dass wir es gewohnt sind, Dinge eher mit unserem Verstand, als mit unseren Gefühlen zu bearbeiten. Wir haben Angst davor, dass uns die „ganze alte Sch…“ wieder einholt und dann genauso überrollt, wie das tatsächliche Ereignis. Mit EFT passiert dies jedoch nicht, da wir beim Bearbeiten – zum Beispiel eines Kindheitstraumas – den Stress und die damit verbundenen negativen Gefühle direkt auflösen. Zurück bleibt meist ein Gefühl der Erleichterung. Eine Leichtigkeit, wo vorher nur Schwere und Angst waren. Abgesehen davon gehe ich immer davon aus, dass wir nur das serviert bekommen, was wir in dem Moment auch wirklich tragen könen. Eine dritte (aber nicht die letzte) Möglichkeit, warum uns manche Themen im Laufe unseres Lebens immer wieder begegnen, ist, weil wir zu dem Zeitpunkt einfach reif dafür sind. Das Bild einer dreidimensionalen, also sozusagen einer lang gezogenen, geöffneten Spirale oder einer Feder (eine aus Metall, nicht die Vogelfeder 😉 ) beschreibt es sehr gut. Gelesen habe ich davon in dem Buch „Gespräche mir Sirius“ von Ilse-Maria und Jürgen Fahrnow. Ich glaube, es war im zweiten Band. Leider konnte ich die Stelle nicht mehr wiederfinden.

Wenn wir uns also unsere Lebensspirale vorstellen, die auseinandergezogen ist, so dass alle Linien zwar eingermaßen übereinander, jedoch auf unterschiedlichen Ebenen verlaufen. An einem Punkt bearbeiten wir ein Ereignis, dann gehen wir weiter auf der Linie und irgendwann haben wir eine Runde gedreht und sind wieder an dem Punkt, an dem wir dieses Thema bearbeitet hatten – nur eine Ebene tiefer oder höher. Wir haben Erfahrungen gesammelt, sie integriert und nun ist es an der Zeit, sich wieder einmal mit diesem Thema zu beschäftigen – jedoch mit einem anderen Aspekt. Auch wenn uns das so vorkommen mag, als ob wir wieder ganz am Anfang stehen würden. Nein, das tun wir nicht. Unsere Frequenz hat sich verändert und zeigt uns nun einen weiteren Ton des gleichen Liedes. Und das kann so lange gehen, bis wir zum Kern des Problems stoßen oder einer weiteren möglichen Ursache begegnen, die wiederum mit einer anderen Spirale in Zusammenhang steht.

Vertraue dem Prozess

Der Schlüssel für vieles liegt in unserer Kindheit oder sogar in vorherigen Leben. Da dran zu kommen ist nicht immer einfach und braucht manchmal etwas Zeit. „Vertraue dem Prozess“, heißt es dann gerne. Das kann nerven, denn wir sind es ja gewohnt immer alles sofort zu bekommen und bitteschön gleich die Ergebnisse auf den Tisch! Leider funktionieren wir so aber nicht. Ich muss das auch immer wieder erkennen und mich mit meiner eingefleischten Ungeduld in Geduld üben (lernen). Das heißt aber nicht, dass Heilung nicht auch sofort geschehen könnte. Auf der körperlichen Ebene geht das manchmal ganz flott und Schmerzen sind wie weggeblasen. Wenn wir jedoch in unseren alten Denkmustern verharren und nicht bereit sind, unseren Blickwinkel zu ändern oder unsere Gewohnheiten, dann wird der Schmerz vielleicht wiederkehren oder sich in anderer Art bemerkbar machen.

Wir durchlaufen einen Prozess. Oder mehrere. Einen Evolutionsprozess. Einen Erkenntnisprozess. Einen Transformationsprozess. „Nichts ist, wie es scheint, nichts bleibt, wie es ist und das einzig beständige ist die Veränderung“, hören wir oft. Doch beständig ist auch die unsichtbare Kraft, welche die gesamte Schöpfung durchdringt. Wenn wir uns auf diese Kraft verlassen, wenn wir darauf angewiesen sind, uns nur auf sie zu verlassen, weil alles andere um uns herum wegzubrechen scheint, dann sind wir umsorgt. Geliebt, getragen, geborgen und umhüllt. Wenn wir das einmal erfahren haben, fällt es uns viel leichter, in die Urkraft der Liebe zu vertrauen und auch uns selbst zu lieben. Es fällt uns leichter, alles loszulassen, was uns nicht (mehr) dienlich ist.

Ambrosia

Sri Sri Ravi Shankar sagt in seinem Kommentar zur Ashtavakra Gita dass, sobald wir uns dieser göttlichen Liebe bewusst werden (wir also innerlich *wissen*, dass wir sehr geliebt sind und dass wir von der göttlichen Quelle alles erhalten, was wir benötigen), uns diese Bewusstheit, diese Erfahrung „weicher“ mache und sich um uns herum Wunder ereigneten und unser Leben sich ändere. Diese Erinnerung an das unsichtbare Göttliche bringe Vielfalt und Fülle um uns. „Here is no lack for you. Nothing becomes lacking and that is the complete letting go” (of the ego). Er nennt es das Loslassen des Egos, wenn wir uns der göttlichen Fülle hingeben in dem Vertrauen, dass für uns gesorgt werden wird. Doch immer wieder könnten wir das Ambrosia, den Nektar nicht annehmen, weil unsere Hände andere Dinge festhielten: „We hold onto straws here and there. But you are given something that is immensely valuable and very precious. In order to take something very precious, our mind has to know that its hands are full of good for nothing straws. Letting go is the nectar, the ambrosia. Ambrosia is being offered to you but you are holding onto some poison ivy! You don’t have to make an effort; just wake up!“ Also: “Wir halten uns hier und da an Strohhalmen fest. Doch Dir wird etwas gegeben, das enorm wertvoll und kostbar ist. Um etwas Kostbares zu greifen, muss unser Geist wissen, dass seine Hände voller wertloser Strohhalme sind. Loslassen ist der Nektar, das Ambrosia. Dir wird Ambrosia angeboten, doch Du hältst fest an so einem giftigen Efeu! Du brauchst Dich gar nicht anzustrengen; wach einfach auf!“

Ja, wach einfach auf. Das hört sich leicht an. Ich finde es aber nicht leicht. Hm, es ist aber auch nicht schwer. Es ist… ja, auch das ist ein Prozess. Etwas, was im Laufe unseres Lebens passiert und wahrscheinlich bis zu unserem Tod nicht abgeschlossen sein wird. Aufwachen heißt momentan für mich, dass ich mir, meinem inneren Kern, immer mehr bewusst werde. Dass ich das, worüber ich lese und zum Teil hier schreibe, in mein Leben integriere, es anwende und so zu einer immer tieferen, umfassenderen Selbstwahrnehmung finde. Dass ich Spiritualität und tägliches Leben ganz selbstverständlich vereinen kann. Dass ich alte Gewohnheiten loslassen kann und ebenso neue Gewohnheiten schaffen kann. Die Idee, dass wir alle Schöpfergötter sind, ist eine Grundlage davon. Nicht aus einer Hybris heraus, sondern aus einer respektvollen und demütigen Haltung heraus gegenüber allem, was ist. Nicht “ich, ich, ich”, sondern “wir, wir, wir” im Einen. Ja, das Ich ist wichtig und es stimmt, dass wir uns zuallererst um uns selber kümmern sollten. Doch immer zum Wohle aller und von allem.

Heute Morgen war ich wieder zu Gast bei Ellen Kosma Siebensonne hier in Wald und wir haben uns unter anderem über mein Knie unterhalten, welches mir vor sechs Wochen ja so wehtat und sich vor zwei Tagen etwas zaghaft mit einem kleinen Unwohlsein zurück meldete. Beim gestrigen Fahrradfahren maulte es auch ein wenig. Hm, dachte ich, ob das wohl bei Ellen angesprochen werden möchte? Ja, es wollte und auch sie sagte mir, dass das etwas mit dem nächsten großen Schritt für mich zu tun habe. Einer Entscheidung, die ich fällen müsse und vor der ich evtl. Angst habe. Ja, was für eine Entscheidung, frage ich mich? Wir hatten dazu auch eine Ahnung… mal sehen… Es hat mit meiner Arbeit, diesem Blog und meiner Erscheinung generell zu tun. Ich werde Euch davon berichten. 😉

Psychohygiene

Ellen sieht ja viele Dinge, die ich nicht sehen kann und räumte in meinem Energiefeld ziemlich auf. Als mir dann einfiel, dass ich heute Morgen meine Psychohygiene vernachlässigt hatte, holte ich das bei ihr nach und leierte mein Gebet runter, was gar nicht meines ist, sondern von Hilarion durch Christine Stark aus ihrem Buch Erste Hilfe für Lichtarbeiter stammt. Normalerweise spreche ich das morgens mit einigermaßen Inbrunst barfuß auf unserem Rasen stehend, aber naja. Immer noch besser als nix gesagt, ne? Und Ellen bestätigte mir, dass schon bei diesem Runtergeleiere energetisch sehr viel passierte: der energetische Raum öffnete sich, wurde licht und die Chakren schienen sich irgendwie zu harmonisieren. Ach, ich würde mir das so gerne mal selber anschauen. Das muss toll aussehen, seufz… Da dieses Morgengebet so wirksam ist bzw. währenddessen bei/in/mit mir so viel passiert sei, möchte ich es hier für Euch aus Christines Buch zitieren, denn die Reinhaltung unseres Energiefeldes und unsere Erdung haben meines Erachtens zu jeder Zeit höchste Priorität:

“ICH BIN verbunden und eins
mit dem Himmlischen Vater und Christus,
dem Heiligen Geist,
der geliebten Erdenmutter Maria
und Allem Leben und Sein!

ICH BIN bereit!
Ich erlaube nur der höchsten Christuskraft
in mir, aus mir und um mich herum
zu wirken!

ICH BIN bereit!
Ich bitte die höchste Christuskraft
in mir, aus mir und um mich herum
zu wirken! Es sei!”
Hilarion durch Christine Stark

Ach ja, Ellen hatte mir erzählt, dass zwei meiner Leser auch zu ihr in die Praxis gekommen seien. Ich hoffe, Ihr konntet es ebenso genießen wie ich! Wenn Ihr wollt, lasst mal von Euch hören, Eure Erfahrungen interessieren mich und es würde mich sehr freuen. 🙂

Jetzt wünsche ich Euch noch einen wundervollen restlichen Sommertag und bis bald!

Liebe Grüße von

Sabine

P.S.: Das Foto zeigt mein Ambrosia. 🙂 Es ist eine Bienenwabe aus einem Bienenstock in den Glarner Alpen, die wir vor ein paar Wochen auf einem unserer Ausflüge über den Klausenpass erwerben durften. So frischen und wohlschmeckenden Honig habe ich vorher noch nie gekostet!

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Showing 3 comments
  • ines
    Antworten

    Liebe Sabine, ich habe heute das erste mal von dir gelesen und e deine Art gefällt mir. Habe einige parallelen entdeckt-wie viele andere mitleser auch?. Ich freue mich auf weitere Meldungen von dir. Al ines

    • Sabine
      Antworten

      Liebe Ines,
      ja, irgendwie sitzen wir alle im selben Boot 😉
      Alles Liebe,
      Sabine

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