Einer für alle, alle für einen

 In Was wirklich zählt

Ihr Lieben,

es gab Zeiten, da hätte ich zur Tagesqualität gesagt: „Heute ist einfach nicht mein Tag.“ Heute denke ich das vielleicht eine kurzen Moment lang, doch der Gedanke ist noch nicht einmal zu Ende gedacht, da weiß ich schon, dass das nicht stimmt. Jeder Tag ist mein Tag. Obschon ich heute wahnsinnig geschafft und müde bin. Am Morgen hörte ich den Vortrag von Silke Schäfer im Rahmen des Flow Summit 2018. Es war der einzige, welchen ich gebannt verfolgte und es ist erst der zweite, den ich überhaupt aufgerufen habe, seitdem der Summit läuft – und er ist schon fast zu Ende. Das soll nicht heißen, dass mich der Summit nicht interessiere, doch war anderes wichtiger. In den letzten Tagen und Wochen sind einschneidende Ereignisse geschehen. Die Welt ist plötzlich nicht mehr so, wie sie war und Prioritäten werden nochmals hinterfragt.

Wie ich euch ja schon berichtet habe, habe ich an einem Seminar teilgenommen, mit dem ich das Ziel verfolgte, meine Seelenessenz in mein Business zu integrieren. In den Texten die daraufhin für meine Webseite entstanden sind, spreche ich auch vom Flow und hörte heute Morgen in Silkes Vortrag auch genau darüber. Es ist schön, wenn die eigenen Gedankengänge durch jemand anderen noch einmal bestätigt und zusätzlich von anderer Perspektive beleuchtet werden. Das ist wirkliche Bereicherung, die durch das Feld mitgeteilt und weitergegeben wird. Wunderschön.

Wunderschön auch zu erkennen, dass es „die“ geltende Meinung gar nicht gibt. Sondern dass etwas genau so viele Facetten hat, wie es Menschen gibt, die sich damit beschäftigen. Auch in dem Seminar ging es darum. Die Teilnehmer haben jeden anderen Teilnehmer in seiner Seelenessenz reflektiert und so wurden immer mehr Facetten sichtbar. Herausgekommen ist dabei unter anderem ein „Soul Essence Statement“. Ein Dokument, das versucht, in Worten die Seelenessenz eines jeden Teilnehmers zu beschreiben. Zugegeben, Worte reichen nicht dafür. Doch diesen Text dargebracht zu bekommen, war eine ganz besondere Erfahrung und mir kommen immer noch Tränen, wenn ich ihn mir laut vorlese – obwohl es noch nicht einmal in meiner Muttersprache ist.

Auf meiner Seelenreise war ich unter anderem ein Musketier. Das war mein Beruf. Ich erhielt Aufgaben, ging hinaus in die Welt und erledigte, was getan werden musste. Ich freute mich, einen so wunderbaren Beruf zu haben, bei dem ich dem Wohle aller Beteiligten dienen durfte und dem Wohle des Großen Ganzen. Es war einfach ganz selbstverständlich, dass ich das tat, was von mir (durch meine Seele) verlangt wurde. Ich fühlte mich geehrt und wertgeschätzt und ich zweifelte keinen einzigen Augenblick an meiner Mission. Ich war voll im Selbst-Bewusstsein und mir meiner Selbst so sicher, dass die Möglichkeit, dass ich mich irre oder dass ich nicht wüsste, was zu tun sei oder ich scheitern könnte, überhaupt nicht aufkam. Es gab auch keinen Gedanken daran, was die Leute wohl denken könnten oder was der Lohn für meine Arbeit sei. Nein, ich tat einfach, was gerade dran war und da es immer und zu jeder Zeit das ganz genau Passende, Perfekte war, ging ich einfach meinen Weg. Aus meiner Inneren Führung heraus. Mein Innerer Kompass zeigte mir, wohin es ging. Und mein Lebensstil reflektierte dies. Ich hatte ein wunderbares Zuhause, das ich gerne aufsuchte, wenn ich gerade nicht zum Dienst gerufen wurde. Ich war von Fülle umgeben. Es herrschte nirgendwo auch nur ein Funken von Mangel.

Keiner ist allein

Das, was ich als großes Geschenk der Erkenntnis wahrnahm in diesem Zustand, war das Motto der Musketiere: „Einer für alle, alle für einen.“ Ich lebte dieses Motto. Wir lebten dieses Motto. Zwar war ich in dieser Station der einzige Musketier, den ich sah, doch ich wusste, dass ich nicht allein bin. Ich wusste, ich bin einer von vielen und ich wusste, ich kann mich immer auch auf meine Mit-Musketiere verlassen und sie um Hilfe und Unterstützung bitten, wenn ich sie benötigen würde. Dieses Gefühl der Verbundenheit war unbeschreiblich beruhigend. Es war ein Gefühl von „es kann gar nichts schiefgehen“ und „ich bin nicht allein“. Von „ich kann mich immer auf mich und auf die anderen verlassen – zu jeder Zeit“, „ich bin sicher“, „es kann nichts passieren“ und nicht zuletzt „alles ist gut“.

Nicht „alles wird gut“, nein, alles IST gut. Das ist das Gefühl des Flows. Das Sein im Moment. Für mich ist das kein Gedanke, sondern ein Gefühl. Und zwar eines, welches unermesslich befriedigend ist. Welches mich innerlich zur Ruhe kommen lässt, welches mich mein Schicksal annehmen lässt oder das, was passiert, das, was gerade IST, einfach sein lässt. Auch Silke Schäfer hat es so ähnlich beschrieben in ihrem Video, was übrigens wirklich sehenswert ist, nicht nur wegen des Flows. Durch meine Entwicklung hin zu dem Menschen, den ich jetzt verkörpere, kann ich viel öfter im Flow sein und auch Botschaften in Ruhe (an)hören, die mich früher aus den Socken gehauen hätten. Wie die Botschaft am Morgen des 3. Februars, dass mein Vater einen Herzinfakt erlitten habe und im künstlichen Koma liege.

Wow. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ja, ich war überrascht und auch traurig, aber ich war nicht geschockt und damit handlungsunfähig. Dadurch, dass ich mich neben dem Telefonat mit meiner freien Hand sofort EFT-mäßig „beklopfte“, wurde ich nicht vom Kopfkino überrollt. Mein Verstand war glasklar, während ich von meiner Schwester die Fakten vernahm. Ich spürte ihre Traurigkeit körperlich und auch da half mir das Klopfen, in meiner Mitte zu bleiben. Noch am Wochenende zuvor hatten wir meine Eltern besucht und mein Vater hatte nach einer OP schon länger Schmerzen in seinen Beinen und Füßen, weshalb er nicht schlafen konnte. Am Montag früh kontaktierte er daher die Klinik und er wurde sofort aufgenommen, um das zu untersuchen und zu beobachten. Freitag sollte er guter Dinge wieder entlassen werden. Er war schon angezogen, als ihm plötzlich schlecht wurde. Er wurde ohnmächtig. Sofort wurde er auf die Überwachungsstation verlegt und in der Nacht zum Samstag erlitt er den Infarkt.

Halloho! Wer hat schon “rein zufällig” einen Herzinfarkt auf der Überwachungsstation der Klinik mit einer der innovativsten kardiologischen Abteilungen? Wäre mein Vater tatsächlich nach Hause gefahren, hätte er jetzt bereits seine körperliche Hülle hinter sich gelassen. Daher habe ich das Gefühl, dass er hier vielleicht noch etwas zu erledigen hat. Sein Zustand auf der Intensivstation ist stabil, doch ist er kaum ansprechbar und manches in seinem Körper könnte heiler sein. Er bekommt Morphin und ist daher die meiste Zeit weggetreten. Wir als Familie unterstützen ihn energetisch und auch körperlich, so gut wir es vermögen. Vielleicht steht er gerade mit seiner Seele in Verhandlung, ob er nun nochmal ganz zurück kommt oder nicht. So stelle ich es mir jedenfalls vor. Wie er sich auch entscheiden möge, alles ist gut so, wie es ist. Natürlich würde ich mich riesig freuen, wieder mit ihm sprechen zu können und mit ihm über Gott und die Welt zu diskutieren. Wer lässt schon gerne seinen Vater einfach so weiter ziehen? Doch ist das nicht unsere Entscheidung. Und auch nicht die Entscheidung der Ärzte und Pfleger, die ihn so gut versorgen. Ich glaube, es ist einzig und allein seine Entscheidung.

Was wir jedoch für ihn tun können, ist, Raum zu schaffen und ihn spüren zu lassen, wie geliebt er ist. Wir können die geistige Welt um Hilfe bitten, das Ihrige zu tun, damit er gerne in seinem Körper ist und damit dieser Körper ihm weiterhin gerne zur Verfügung steht. So dass er das vollenden kann, wozu er hergekommen ist. Denn auch er ist ein Musketier auf seinem Weg. Deshalb möchte ich Euch bitten, wenn Ihr Euch dazu berufen fühlt, sendet ihm gerne heilende Gedanken zum Wohle von allen Beteiligten und immer in Übereinstimmung mit Spirit. Betet für ihn, meditiert für ihn, sprecht mit ihm und seinem Seelenteam. Seid einfach in der Liebe. Ich glaube an die heilende Kraft der Gedanken und Gebete. Sie machen immer einen Unterschied. Sie bewirken, dass die Liebe stärker wirken kann. Nichts ist schlimm an dem, was passiert ist oder von dem, was passiert. Es ist einfach. Und alles, was wirklich zählt, ist die Liebe. Einer für alle, alle für einen.

Namaste

Sabine

P.S.: Vor ein paar Tagen habe ich mal nachgegoogelt, ob es wirklich Alexandre Dumas mit seinem Roman „Die drei Musketiere“ war, der den Spruch „Einer für alle, alle für einen“ prägte. Interessant war, dass die Nr. 1 bei der Ergebnisliste das Berner Bundeshaus war. Ich wurde neugierig und las nach. Mein Sohn kam vorbei, sah obiges Foto und rief aus: „Das ist ja das Bundeshaus in Bern!“ Denn er hatte dieses erst im September im Rahmen einer Klassenfahrt besucht. Ja, und was lese ich da bei Wikipedia: „Unus pro omnibus, omnes pro uno (französisch Un pour tous, tous pour un,) ist eine lateinische Phrase, die auf Deutsch mit “Einer für alle, alle für einen” übersetzt wird. Sie … wurde im 19. Jahrhundert zum (inoffiziellen) Wahlspruch der Schweizerischen Eidgenossenschaft.“ Hm, scheint kein Zufall zu sein, dass ich gerade in der Schweiz gelandet bin und mich so wohl fühle hier. 🙂
Dieses Motto der Musketiere übte schon immer eine große Anziehungskraft auf mich aus. Sie waren für mich seit jeher der Inbegriff von Ehre und Respekt gepaart mit einer Freude und Leichtigkeit am Tun, die ich sehr bewunderte – aber (bislang) nur aus Filmen kannte. Weil ich es mir so sehr wünschte, schneiderte mir ein Freund sogar einmal so ein weißes Musktier-Hemd mit diesen überdimensioniert weiten Ärmeln, die sich bei den Degengefechten immer so schön bewegten. Einfach herrlich!
Außerdem scheint Ashtar diesen Wahlspruch auch sehr zu mögen, wie Christine immer wieder betont. Synchronizitäten und Erkenntnisse noch und nöcher…

P.P.S.: Das Foto stammt von Wikimedia. Quelle: http://www.parlament.ch

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Showing 3 comments
  • Robert Rother
    Antworten

    Hallo Sabine,
    schöner Blog!
    Robert, Dein Musketier

  • Sandra
    Antworten

    Es gibt Familien, wo das so ist.

    Manchmal passiert etwas, das als Fluch oder Segen interpretiert werden kann. Das Blatt kann sich aber auch wenden. Man kann das nicht alles vorher wissen, weshalb manche Lebensumstände im nachhinein manchmal gut waren und andere eher nicht. Wenn du irgendwann zu einem Knotenpunkt kommst, wo der Knoten aufgelöst wird, erst dann weißt du es ganz sicher. Alles hat dich dahin gebracht. Der Weg, den das Leben nimmt, ist voller Geheimnisse (und folgt ganz bestimmt nicht euren Vorschriften). Manchmal muß auch jemand gehen, um einen anderen frei zu lassen.

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  • […] sammeln und als Buch herausgeben sollte. Hm, interessant, dachte ich. Dann kam mein Vater im Frühjahr aus dem Koma zurück und am ersten Tag, als er wieder sprechen konnte, antwortete er auf die Frage meiner Mutter, ob er […]

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